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Kitanglad Rattenigel

Die Kitanglad Rattenigel, die 2023 als eigenständige Art anerkannt wurde, ist das kleinste bekannte Mitglied ihrer Gattung und kommt ausschließlich in den Nebelwäldern des Kitanglad-Gebirges auf Mindanao vor.
Taxonomie
| Königreich: | Animalia |
| Stamm: | Chordata |
| Klasse: | Mammalia |
| Ordnung: | Eulipotyphla |
| Familie: | Erinaceidae |
| Gattung: | Podogymnura |
| Spezies: | Podogymnura truei |
Kein „echter“ Igel
Der Kitanglad Rattenigel gehört zwar zur Familie der Igel, ist aber ein Rattenigel, also ein „haariger Igel“, und kein Stacheligel. Er teilt zwar einige Merkmale mit echten Igeln, wie seine nachtaktive Lebensweise, seine insektenfressende Ernährung und seinen ausgezeichneten Geruchssinn. Ihm fehlen jedoch die Stacheln zur Verteidigung und die Fähigkeit, sich zusammenzurollen. Stattdessen besitzt er weiches Fell, eine spitze Schnauze und einen schlanken Körper, wodurch er eher einer Spitzmaus ähnelt, obwohl er ein enger evolutionärer Verwandter der Igel bleibt.
Natürliches Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Diese Art ist endemisch im Kitanglad-Gebirge im nördlichen Mindanao, Philippinen. Sie bewohnt Bergwälder, darunter sumpfige und moosbewachsene Gebiete, üblicherweise in Höhenlagen zwischen 1300 und 2800 m. In diesem Nebelwald-Ökosystem findet man die Tiere am häufigsten auf schmalen Pfaden, unter moosbedeckten Wurzeln, umgestürzten Baumstämmen oder im Laubstreu – Lebensräume, die reich an wirbellosen Beutetieren sind.
Körperliche Merkmale
Der Kitanglad Rattenigel ist die kleinste Art der Gattung Podogymnura. Seine Körperlänge beträgt etwa 13,7 bis 15,2 cm, der Schwanz misst 4,9 bis 6,6 cm und ist damit etwa 36 % so lang wie der Körper. Das Gewicht liegt zwischen 63 und 79 g. Das Fell ist weich, lang und dunkelrotbraun mit zarten goldgelben Spitzen, die ihm ein dezent gesprenkeltes Aussehen verleihen. Ohren (2,0–2,2 cm) und Füße sind hell, die Schwanzunterseite ist einheitlich hell. Der Schädel ist schlank mit einem langen, spitzen Rostrum und relativ kurzen Scheitelkämmen. Die Schädellänge beträgt 37,3 bis 39,8 mm, die Hirnschädelbreite etwa 15–16 mm.
Verhalten und Lebensstil
Dieser Rattenigel ist nachtaktiv und lebt am Boden. Er bewegt sich durch dichtes Waldstreu und nutzt versteckte Laufwege. Vermutlich ist er einzelgängerisch und sehr scheu; aufgrund seiner geringen Größe und seines versteckten Verhaltens wird er nur selten gesichtet. Er bevorzugt feuchte, moosreiche Waldböden und meidet offenes oder gestörtes Gelände.
Kommunikation
Es gibt zwar keine spezifischen Studien, aber wie andere Rattenigel arten nutzt sie wahrscheinlich Duftmarkierungen, subtile taktile Reize und möglicherweise leise Laute. Ihre verborgene Lebensweise im dichten Wald lässt vermuten, dass die chemische Kommunikation von größter Bedeutung ist.
Ernährung in freier Wildbahn
Analysen des Mageninhalts zeigen, dass es sich überwiegend von Regenwürmern ernährt, die etwa die Hälfte seiner Nahrung ausmachen, und dass es auch verschiedene Arthropoden wie Wetas oder bodenlebende Insekten verzehrt, wobei es seine Beute oft in kleine 3–20 mm große Stücke zerkaut.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Weibchen bringen in der Regel ein Junges zur Welt, selten zwei. Jungtiere und geschlechtsreife Männchen wurden zwischen März und Juni beobachtet, was auf eine mögliche saisonale Fortpflanzungsperiode hindeutet. Detaillierte Informationen zum Lebenszyklus sind weiterhin begrenzt.
Bedrohungen und Erhaltungsstatus
Diese Baumart wird derzeit von der IUCN nicht gesondert bewertet und ist weiterhin der Mindanao Rattenigel zugeordnet, die als „nicht gefährdet“ gilt. Obwohl sie im geschützten Naturpark des Mount Kitanglad-Gebirges liegt, ist sie durch lokale Abholzung und Lebensraumzerstörung bedroht, was sich auf ihre stark lokalisierten Populationen auswirken kann.
Diese Art in Gefangenschaft
Es gibt keine bekannten Fälle, in denen der Kitanglad Rattenigel in Gefangenschaft gehalten wurde. Sein spezieller Lebensraum, die geringe Populationsgröße und seine scheue Natur machen ihn für die Haltung in Gefangenschaft oder Zuchtprogramme ungeeignet. Der Fokus des Artenschutzes liegt daher mehr denn je auf dem Schutz des natürlichen Lebensraums, also dem Erhalt der Bergwälder, die sein Zuhause sind.
