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Flachland-Streifentenrek

Taxonomie

Königreich:Animalia
Stamm:Chordata
Klasse:Mammalia
Ordnung:Afrosoricida
Unterordnung:Tenrecomorpha
Familie:Tenrecidae
Gattung:Hemicentetes
Spezies:Hemicentetes semispinosus

Natürliches Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Dieser Tenrek bewohnt die tropischen Tieflandregenwälder im Osten und Norden Madagaskars, von Meereshöhe bis etwa 1.550 m. Er dringt auch in Sekundärwälder, Buschränder, Gärten, Ackerland und sogar auf vom Menschen geschaffene Lichtungen vor und beweist damit eine hohe Toleranz gegenüber vom Menschen veränderten Landschaften. Bekannt für seine sozialen Gruppen, die in miteinander verbundenen Bausystemen leben, ist er der geselligste Tenrek und lebt mitunter in Kolonien von bis zu 20 Tieren.

Körperliche Merkmale

Ausgewachsene Tiere erreichen typischerweise eine Körperlänge von etwa 140 mm (bis zu ca. 170 mm) und ein Gewicht zwischen 125 und 280 g. Ihr Rückenfell weist abwechselnd schwarze und gelbe Streifen entlang des Körpers und des Kopfes auf und ist mit Widerhaken versehen, die sich bei Verteidigung abwerfen lassen. Sie besitzen keinen Schwanz; die Sinneshaare auf ihrem Rücken dienen dem Tastsinn. Schädel- und Gliedmaßenmorphologie ermöglichen eine teilweise unterirdische Nahrungssuche; die kräftigen Vordergliedmaßen sind auf das Graben spezialisiert.

Verhalten und Lebensstil

Flachland-Streifentenreks sind tagaktiv und gesellig. Sie suchen in Familienverbänden nach Regenwürmern und Weichtieren. Mit ihren Vorderfüßen stampfen sie, um die Würmer an die Oberfläche zu locken und sie dann mit ihren empfindlichen Rüsseln auszugraben. Während des madagassischen Winters (Mai bis Oktober) fallen diese Tenreks oft in eine Art Winterstarre, bleiben aber teilweise aktiv, indem sie sich in gemeinsame Baue zurückziehen. Das Stridulieren ihrer Stacheln dient der Kommunikation innerhalb der Gruppe oder der Warnung vor Fressfeinden.

Kommunikation

Diese Art erzeugt einzigartige, für Menschen unhörbare Ultraschalllaute, indem sie ihre Stacheln aneinander reibt. Diese Laute dienen vermutlich dem sozialen Zusammenhalt, insbesondere innerhalb von Familiengruppen. Zudem nutzen sie Duftmarken, Fußstampfen und taktile Signale bei der Paarung oder in Revierkämpfen.

Ernährung in freier Wildbahn

Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Würmern: hauptsächlich Regenwürmern, Insektenlarven und Weichtieren. Sie verschlingen ihre Beute im Ganzen oder zerdrücken sie vorsichtig, da ihre empfindlichen Kiefer harte Nahrung nicht vertragen. In freier Wildbahn fressen die Tiere täglich fast ihr eigenes Körpergewicht an Würmern.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Paarungszeit erstreckt sich von November bis Mai. Die Tragzeit beträgt etwa 55–58 Tage, wobei ein Wurf durchschnittlich 5–8 Jungtiere umfasst. In Gefangenschaft wurden jedoch auch schon Würfe mit bis zu 11 Jungen beobachtet. Die Jungtiere werden nackt und blind geboren, entwickeln innerhalb von 24 Stunden Stacheln, werden mit 18–25 Tagen entwöhnt und erreichen die Geschlechtsreife bereits mit 25–40 Tagen. Weibchen können in derselben Jahreszeit werfen, in der sie selbst geboren wurden.

Bedrohungen und Erhaltungsstatus

Die Art wird von der IUCN aufgrund ihrer weiten Verbreitung und ihrer Vielseitigkeit als nicht gefährdet eingestuft. Obwohl sie anpassungsfähig ist, sind die Populationen weiterhin durch Entwaldung, Ausweitung der Landwirtschaft und Jagd bedroht. Ihr Verbreitungsgebiet überschneidet sich mit vielen Schutzgebieten.

Diese Art in Gefangenschaft

Obwohl der Flachland-Streifentenrek gelegentlich als exotisches Haustier gehalten wird, ist seine Haltung in Gefangenschaft aufgrund seiner hochspezialisierten Ernährung mit lebenden Würmern und anderen Weichtieren schwierig. Die Gruppenhaltung ist zwar möglich, doch die Fütterung großer Mengen lebender Beutetiere und die Bereitstellung von Grabsubstrat machen die Pflege anspruchsvoll. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft beträgt in der Regel nicht mehr als zwei bis drei Jahre, und es fehlen standardisierte Haltungsrichtlinien.

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