Falls Sie die gesuchte Antwort nicht finden können, kontaktieren Sie uns bitte Kontaktieren Sie uns.
Kurzschwanz-Kleintenrek

Dieser Tenrek wurde 1899 von G. Grandidier erstmals beschrieben und ist die einzige bekannte Art seiner Gattung, die über einen Greifschwanz verfügt. Zudem weist er die höchste Wirbelzahl (47) aller bekannten Tenreks auf.
Taxonomie
| Königreich: | Animalia |
| Stamm: | Chordata |
| Klasse: | Mammalia |
| Ordnung: | Afrosoricida |
| Unterordnung: | Tenrecomorpha |
| Familie: | Tenrecidae |
| Gattung: | Microgale |
| Spezies: | Microgale brevicaudata |
Natürliches Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Der Kurzschwanz-Kleintenrek ist endemisch auf Madagaskar und kommt ausschließlich im zentralen und östlichen Hochland vor, wo er feuchte Regenwälder und Bergwälder in Höhenlagen zwischen etwa 1200 und 1500 Metern bewohnt. Er wurde auch in Sumpfgebieten, Grasland und sogar auf landwirtschaftlichen Flächen gesichtet, was seine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Landschaften unterstreicht. Seine genauen Habitatpräferenzen sind jedoch noch unzureichend erforscht.
Körperliche Merkmale
Mit einem Gewicht zwischen 7 und 12 g und einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 6,6–7,0 cm besitzt dieser kleine Tenrek einen kurzen Greifschwanz von etwa 3,3 cm Länge. Sein Fell ist weich und spärlich, dunkelbraun auf der Oberseite und heller, gräulich auf der Unterseite. Der Schwanz ist fein geringelt. Die Ohren sind groß und grauviolett. Die Gliedmaßenproportionen sind ungewöhnlich: kurze Vorder- und längere Hinterbeine. Das Tier geht plantigrad. Bemerkenswerterweise besitzt es 47 Wirbel – die höchste Anzahl, die jemals bei einem Vertreter der Tenreks (Tenrecidae) gemessen wurde.
Verhalten und Lebensstil
Im Gegensatz zu vielen Tenreks verfällt er nicht in Winterstarre und ist sowohl tag- als auch nachtaktiv. Verhaltensbeobachtungen deuten auf eine halb-unterirdische Lebensweise hin, bei der er sich mit kurzen Schritten durch Laubstreu und flachen Boden fortbewegt. Aufgrund seines hohen Stoffwechselbedarfs muss er fast ununterbrochen nach Nahrung suchen. Obwohl er vermutlich wie seine Verwandten ein Einzelgänger ist, fehlen detaillierte Studien zu seinem Sozialverhalten und seinem Streifgebiet.
Kommunikation
Das Wissen ist begrenzt, doch wurden gelegentlich hörbare Quietsch- und Wimmerlaute aufgezeichnet; möglicherweise nutzt die Milbe, wie andere Milbenarten, auch Ultraschallklicks und chemische Signale. Visuelle und taktile Signale könnten bei mütterlichen und Paarungsinteraktionen eine Rolle spielen, obwohl es dazu keine umfassenden Studien gibt.
Ernährung in freier Wildbahn
Dieser insektenfressende Tenrek ernährt sich von kleinen Arthropoden und Wirbellosen, die er im Laubstreu oder im flachen Boden findet. Wie andere Kleintenreks sucht er wahrscheinlich während seiner aktiven Phasen intensiv nach Nahrung, um seinen Energiebedarf zu decken, obwohl die genaue Zusammensetzung seiner Nahrung nicht dokumentiert ist.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Wesentliche Details der Fortpflanzung sind weiterhin unbekannt. Die Wurfgröße wird mit ein bis acht Jungtieren angegeben, wobei man von einem polygynandrischen Fortpflanzungssystem ausgeht, das dem verwandter Arten ähnelt. Es liegen keine Daten zur Trächtigkeitsdauer, zum Zeitpunkt der Geburt, zu saisonalen Geburten oder zu Entwicklungsstadien vor, obwohl die Fortpflanzungszyklen verwandter Arten häufig mit den Regen- und Trockenzeitzyklen Madagaskars übereinstimmen.
Bedrohungen und Erhaltungsstatus
Die Art wird auf der Roten Liste der IUCN als „Nicht gefährdet“ eingestuft, was durch ihre weite Verbreitung und ihre Fähigkeit, in gestörten Lebensräumen zu überleben, gestützt wird. Ihr Bestand könnte jedoch aufgrund von Lebensraumverlusten durch Abholzung, Umwandlung in Ackerland, Bergbau und Brandrodung zurückgehen. Da sie in einigen Schutzgebieten vorkommt, sind dringend weitere Feldstudien erforderlich, um die Populationsentwicklung und die ökologische Widerstandsfähigkeit zu klären.
Diese Art in Gefangenschaft
Es gibt praktisch keine Dokumentation über die Haltung oder Zucht dieser Art in Gefangenschaft. Sie wurde weder in zoologischen Einrichtungen noch in Privatsammlungen nachgewiesen, und es finden sich keine Angaben zu Haltungsprotokollen oder Zuchtstudien in der Fachliteratur.
