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Gehege für Igel und Tenreks
Die Gestaltung des richtigen Geheges ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Haltung von Igeln und Tenreks in Gefangenschaft. Ein artgerechter Lebensraum gewährleistet nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern ermöglicht den Tieren auch, ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Nahrungssuche, Graben, Nestbau und Klettern auszuleben. Obwohl beide Gruppen einige grundlegende Bedürfnisse teilen, gibt es wesentliche Unterschiede, die ihre Evolutionsgeschichte und Lebensweise widerspiegeln.
Gehäusearten
Terrarien aus Glas oder Kunststoff
- Beliebt bei Afrikanischen Zwergigeln und kleineren Tenrekarten.
- Bieten gute Sicht und Temperaturkontrolle.
- Muss gut belüftet sein, um Kondensation und Atemwegsprobleme zu vermeiden.
Drahtkäfige
- Wird häufig für Igel verwendet, muss aber einen festen Boden haben; Drahtböden beschädigen die Füße.
- Sie müssen für eine ausgezeichnete Luftzirkulation sorgen, aber der Gitterabstand muss klein genug sein, um ein Entkommen zu verhindern (insbesondere bei kleinen Tenreks), aber auch nicht zu klein, um Verletzungen zu vermeiden.
- Achten Sie auf die Temperaturprobleme; Igel und Tenreks benötigen beide stabile Temperaturen.
- Kann mit Regalen und Rampen ausgestattet werden, allerdings sind Igel schlechte Kletterer und es besteht Sturzgefahr.
Terrarien aus Holz
- Geeignet für Tenreks, die Klettern und Feuchtigkeitsregulierung benötigen.
- Sie halten die Wärme besser als Drahtkäfige.
- Muss mit ungiftigen Beschichtungen versiegelt werden, um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen.
Zoo-/Forschungsgehege
- Größere Gehege, die für die Gruppenhaltung, Beobachtung oder Zucht konzipiert sind.
- Häufig eine Mischung aus Innenhaltung und Freigang (zum Beispiel für Igel in Europa im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen).
- Für Tenreks große Terrarien mit Kletterstrukturen, Höhlen und Nistkammern.
Mindestgrößen
Igel
- Mindestens: ca. 2 × 3 Fuß (61 × 91 cm) Bodenfläche (≈ 0,37 m²).
- Empfehlung: Größer ist immer besser, besonders wenn ein Laufrad, Versteckmöglichkeiten und Beschäftigungsmaterial vorhanden sind.
- Höhe: 40–50 cm hohe Wände, um ein Entkommen zu verhindern; es ist kein großes vertikales Klettern erforderlich.
Tenreks
- Mindestgröße: ~90 × 45 × 45 cm für kleinere Arten (z. B. Kleiner Igeltenrek).
- Für aktive oder kletternde Arten sind Gehege mit einer Länge von mindestens 120 cm und einer Höhe von mindestens 45 cm vorzuziehen.
- Bei großen Würfen wird zusätzlicher Platz benötigt, sobald die Jungtiere anfangen, ihre Umgebung zu erkunden.
- Ausbruchsicherungen sind unerlässlich, da Tenreks agil und anpassungsfähig sind.
Wesentliche Anforderungen
Unabhängig von der Art des Geheges sind einige Merkmale für das Tierwohl unabdingbar:
- Fester Boden: sicher für die Füße und bietet einen geeigneten Untergrund zum Graben.
- Als Untergrund und Nistplatz eignen sich Papierstreu, Espenspäne, Kokosfasern oder Erde; tief genug für natürliches Verhalten. Vermeiden Sie Zedernholz und staubige Materialien.
- Versteckboxen/Nistkammern: Jedes Gehege muss mindestens ein sicheres, dunkles Versteck pro Tier enthalten. Säugende Weibchen benötigen zusätzliches Nistmaterial.
Temperaturregelung:
- Igel: 21–27 °C / 70–81 °F (um Überwinterungsversuche zu vermeiden).
- Tenreks: wärmer und oft feuchter (27–30 °C / 81–86 °F für tropische Arten).
Belüftung: unerlässlich zur Vorbeugung von Schimmelbildung und Atemwegserkrankungen; im Gleichgewicht mit Wärme und Luftfeuchtigkeit halten.
Fütterungs- und Wasserstationen: Schüsseln oder Flaschen sicher befestigt, um ein Umkippen zu verhindern.
Anreicherung:
- Für Igel: Laufräder (feste Oberfläche, ≥30 cm Durchmesser), Tunnel, Spielzeug.
- Tenreks: Kletteräste, Seile, Plattformen, zahlreiche Verstecke, Laubstreu zur Nahrungssuche.
Unterschiede zwischen Igeln und Tenreks
Raumbedarf: Igel benötigen hauptsächlich Bodenfläche zum Laufen und Rennen; Tenreks benötigen zusätzlich Klettermöglichkeiten und vertikale Herausforderungen.
Klima: Igel benötigen Wärme, aber mäßige Luftfeuchtigkeit; Tenreks benötigen konstant hohe Wärme und oft höhere Luftfeuchtigkeit.
Sozialverhalten: Die meisten Igel sind strenge Einzelgänger; Gehege sind für jeweils ein Tier ausgelegt. Einige Tenrekarten können außerhalb der Paarungszeit in Gruppen gehalten werden, jedoch muss Überbelegung vermieden werden.
Ausbruchsgefahr: Igel sind zwar starke, aber keine agilen Kletterer; Tenreks sind kleine Ausbruchskünstler und benötigen daher eine strengere Sicherung.
Zusammenfassung
Das ideale Gehege für einen Igel oder Tenrek ist sicher, geräumig und auf seine natürlichen Verhaltensweisen abgestimmt. Für Igel bedeutet das niedrige, aber breite Bereiche mit viel Bodenfläche, einem Laufrad und Nistmöglichkeiten. Für Tenreks sind längere Gehege mit Klettermöglichkeiten, Verstecken sowie kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit wichtig. In beiden Fällen gilt der Grundsatz: Die Bedürfnisse der jeweiligen Art müssen erfüllt werden, nicht nur die Mindestgröße. Ein größeres, abwechslungsreich gestaltetes Gehege ist immer die gesündere und artgerechtere Wahl.
